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Bali beklagt mangelnden Respekt vor Kultur und Tradition

19.12.2018 12:38
von Nicole Mehlhose
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Kein Respekt vor balinesischer Kultur

Touristen auf Bali werden immer respektloser

Kein Respekt mehr in Balis Tempeln

 

Wenn wir im Hochsommer in Europa eine Kirche besichtigen, ist für jeden von uns selbstverständlich, dass wir nicht im Spaghettiträgertop mit tiefem Ausschnitt und Minirock bzw. Achselshirt und kurzen Hosen hineingehen. In den großen Kirchen Europas wie z.B. dem Petersdom in Rom oder auch der Sagrada Familia in Barcelona sorgt entsprechendes Personal dafür, dass diese Regeln aus Respekt vor dem christlichen Glauben auch eingehalten werden. Keiner würde auf die Idee kommen, in einer Kirche zum Altar zu gehen, sich dort drauf zu setzen und für soziale Netzwerke Bilder zu machen. Oder einfach eine Kanzel zu betreten. Meist sind diese Bereiche auch abgesperrt, aber selbst wenn nicht, kommt es doch niemandem in den Sinn, außer im Rahmen einer Führung vielleicht, wenn es dann ausdrücklich erlaubt ist. Weil wir alle wissen, dass diese Bereiche einfach den Pfarrern etc. vorbehalten sind.

Warum also fällt es vielen Touristen offenbar immer schwerer, sich im nicht-europäischen Ausland genauso respektvoll zu verhalten? Weil asiatische Tempel halt nunmal nicht so aussehen wie unsere Kirchen oder weil vielleicht kein Wachpersonal für die Einhaltung bestimmter Regeln sorgt bzw. nicht streng genug dafür sorgt?

Gerade auf Bali nimmt die Zahl des respektlosen Umgangs mit der balinesischen Kultur immer mehr zu. Ist es, weil die Balinesen einfach von Grund auf so freundlich und vertrauensvoll sind, dass sie gar nicht auf die Idee gekommen wären, dass man sich so schlecht verhalten könnte ihrer Kultur gegenüber? Das ist es ja, was den Zauber Balis auch ausmacht. Diese freundlichen und arglosen Menschen mit ihrer teilweise kindlichen Neugier. Und anstatt dieses große Vertrauen zu schätzen, wird es immer mehr ausgenutzt.

Entweihung von heiligen Stätten auf Bali

Großes Aufsehen erregte jüngst ein Zwischenfall mit einem dänischen Touristen. Der Instagrammer brachte das Fass zum überlaufen, indem er ein Foto von sich publizierte, wie er auf dem Linggih-Padmasana-Schrein im Tempel Puhur Lutur Baturkaru sitzt. Dieser Schrein, der wie ein Thron aussieht, ist für die höchsten Gottheiten des balinesischen Hinduismus reserviert und darf nicht betreten werden. Viele Balinesen waren zu Recht empört über dieses blasphemische Handeln. Dies ist nur eins von vielen Beispielen. So finden sich im Internet immer mehr Urlaubsfotos von Touristen auf Bali im Bikini beim Besuch heiliger Stätten. Für das balinesische Volk eine schier unfassbare Entweihung, aber dennoch bringt es die Bevölkerung in einen großen Konflikt. Immerhin ist der Tourismus die Haupteinnahmequelle der meisten Balinesen. Dennoch sollten Grenzen gezogen werden.

Kleiderordnung in balinesischen Tempeln

Ich kann mich noch gut an meinen ersten Urlaub auf Bali erinnern. Natürlich standen zahlreiche Tempelbesichtigungen auf dem Programm. Am Eingang der meisten Tempel stand ein Schild welches um angemessene Kleidung bat. Selbst wenn man der englischen Sprache nicht mächtig war: die Bilder auf den Hinweisschildern waren eindeutig. Für mich war es selbstredend, mich für die Zeit meines Aufenthaltes in den Tempelanlagen entsprechend zu kleiden und mich einem religiösen Ort angemessen zu verhalten.

Nur weil auf Bali nicht an jedem Tempel Wachpersonal in beeindruckender Uniform und grimmiger Miene steht, heißt das doch noch lange nicht, dass man sich einfach darüber hinweg setzen kann und aus balinesischer Sicht die heiligen Stätten entweiht.

Einmal ist es mir auch passiert, als wir einen Tempel besichtigen wollten, dass die Hose, die ich an dem Tag anhatte, nicht lang genug war. Das war am Pura Ulun Danu Tempel am Bratan See. Dieser gehört zu den absoluten Highlights und ist bei jeder Rundreise fester Bestandteil. Daher gab es hier dann tatsächlich freundliches Personal am Eingang, was mich darauf hingewiesen hat, dass ich mit der Hose nicht passend gekleidet bin. Glücklicherweise konnte man Sarongs ausleihen kostenlos.

Der Sarong - mehr als nur ein Strandtuch

Meine Empfehlung also: an jeder Ecke auf Bali gibt es Sarongs zu kaufen für kleines Geld, diese wunderschönen bunten Tücher, die als Strandtuch dienen können, oder bei den Damen als Rock oder Kleid. Die Sarongs nehmen wenig Platz weg, passen in jeden Rucksack und wenn dann eine Tempelbesichtigung ansteht, einfach solange den Sarong umbinden/umhängen. Übrigens auf Bali auch für Männer ein sehr stylisches und traditionelles Kleidungsstück.

Aufgrund der sich häufenden blaspemischen Ereignisse wollen die balinesischen Behörden nun eingreifen und Ihre Tempel verständlicherweise besser schützen, da diese stellvertretend für die Kultur und Tradition der Insel stehen. Bislang ist es Touristen erlaubt, die Tempel allein zu erkunden. Möglicherweise wird das in der Praxis bald anders und es wird nur noch Führungen durch die Tempelanlagen geben. Das wäre wirklich schade, da interessierten Touristen dann die Gelegenheit genommen wird, die Tempelanlagen auf eigene Faust zu entdecken und auf sich wirken zu lassen. Aber wohl leider eine notwendige Maßnahme, um für mehr Respekt seitens der Touristen zu sorgen und den Zauber und Mythos Balis zu erhalten. Traurig, dass ein Land sich über mangelnde Qualtität seiner Touristen beklagen muss, so wie jüngst der balinesische Deputy Governor Tjokorda Oka Artha Sukawati.

Wie schön wäre es, wenn es im Ausland alle so halten würden wie in dem indianischen Spruch:

“Nimm nur Erinnerungen mit, hinterlasse nichts außer Fußspuren.“

 

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