Die Bali Aga - eine urbalinesische Dorfgemeinschaft ohne Hindueinfluß.
Ein Bali Aga Dorf finden Sie in Tenganan. Der Ort ist von einer Mauer
umschlossen. Die Anwesen haben alle den gleichen Grundriss und sind in Reihen
längsseits der Mauer angeordnet.
Die Gemeinde Tenganan besitzt viele, sehr gepflegte und große fruchtbare
Felder und gehört zu den reichsten der gesamten Insel.
Die Frauen von Tenganan sind berühmt für ihre Web- und Färbetechnik. Die
Webtechniken sind derart kompliziert, dass die Fertigung eines einzelnen Tuchs
bis zu 5 Jahre dauern kann. Die schönsten Stücke werden von den Einheimischen zu
zeremoniellen Anlassen getragen. Natürlich werden die Tücher in Tenganan auch
zum Verkauf angeboten und sind in Bali sehr gefragt. Besonders aufwendige
Arbeiten können bis zu 1.000 Euro Mark kosten. Einfachere sind bereits ab 3-5
Euro zu haben.
Vor dem Dorfeingang befinden sich einige Souvenirstände in denen sie sehr
preiswert einkaufen können.
Ein völlig anderes Aga Dorf ist Trunyan am Batur See. Trunyan ist
nahezu komplett von der Außenwelt abgeschnitten und entzieht sich völlig den
balinesischen-hinduistischen Einflüssen. Die Einwohner halten an Traditionen und
Sozialordnungen fest, die noch aus prähistorischen Zeiten stammen. Es gibt in
Trunyan keine Verbrennungen. Die Toten werden nahe am See, ca. 5 Bootsminuten
vom Dorf entfernt, abgelegt und der Natur überlassen. In diesem "Friedhof" gibt
es einen heiligen Baum, dank dieses Baumes, so glauben die Einwohner, findet
kein natürlicher Verwesungsprozess statt. Wir können bestätigen, dass keinerlei
Geruch in der Luft liegt.
Auch wenn sich die Sitten von Trunyan interessant anhören. Ein Besuch sollte
wohl überlegt sein und hinterlässt nicht unbedingt einen positiven Eindruck.
Schon an der Ablegestelle wird man äußerst hartnäckig bedrängt. Die Bootsführer
verlangen Überfahrtspreise nach Trunyan zum Teil in US$. Die genannten Summen
schwanken zwischen 20 und 200 US$. Dies ist natürlich absolut lächerlich und
wesentlich überteuert. Lassen Sie sich auf keinerlei Gespräche ein. Es gibt
einen offiziellen Ticketschalter, an dem Sie sich Ihr Überfahrtticket kaufen
können. Im August 1998 haben wir ca. 50.000 Rupiah pro Person für die Überfahrt
bezahlt. Die Fahrt über den See ist sehr schön und ein Genuss. Das Dorf Trunyan
haben wir nur kurz besucht und ist für einen längeren Besuch nicht unbedingt
geeignet. Am Friedhof selbst wird man von "Führern" belagert und zu den
Überresten der Verstorbenen geführt, die zwischen Abfällen auf dem Boden und in
Gebüschen liegen.
Wir respektieren die Sitten und Gebräuche verschiedener Kulturen, aber was
uns hier in Trunyan begegnet ist, hat uns unseren Ausflug bereuen lassen. Die
Bettelei ist unglaublich und für Bali total untypisch. Außerdem meinen wir, ein
Ort der Toten sollte nicht zu reinen Kommerzwecken dienen und wir Touristen
sollten nicht dazu beitragen, dies zu unterstützen. |